Informationen der Tripartiten Berufsbildungskonferenz vom März 2026
Die Tripartite Berufsbildungskonferenz (TBBK) hat an ihrer Sitzung vom 18. März 2026 die Zusammenhänge zwischen Armut und Bildung besprochen, sich mit den laufenden Arbeiten im Rahmen der Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung» befasst und die strategische Ausrichtung im Umgang mit Kleinstberufen behandelt. Am 24. März 2026 haben an der Verbundpartnertagung der Berufsbildung rund hundert Personen über Grundsatzfragen der Berufsbildung diskutiert.
Armut und Bildung
Die TBBK hat mit einer Vertretung des Bundesamts für Sozialversicherungen die wichtigsten Erkenntnisse des ersten Nationalen Armutsmonitorings für den Bildungsbereich diskutiert. Der Bericht stellt eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung der nationalen Armutsstrategie dar.
Armut entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Fehlende Bildung stellt eines der zentralen Armutsrisiken dar. Der Bericht weist auf die hohe Bedeutung der frühkindlichen Bildung und der obligatorischen Schule hin im Hinblick auf den weiteren Bildungsverlauf. Im Bereich der Berufsbildung analysiert er den Zusammenhang zwischen der Armutsbetroffenheit und dem Bildungsniveau. Zudem führt der Bericht Massnahmen auf, die am Übergang in die berufliche Grundbildung, während der beruflichen Grundbildung und am Übergang in den Arbeitsmarkt unterstützend wirken und zeigt auf, welche Akteure involviert sind. Die TBBK-Mitglieder verfolgen die Massnahmen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich weiter.
Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung»
Die vom nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung 2025 verabschiedeten Stossrichtungen sind in der Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung» gebündelt. Die TBBK hat sich mit den Arbeiten von zwei darin enthaltenen Projekten befasst.
Zum Thema Berufsmaturität bestehen nur begrenzte evidenzbasierte Grundlagen. Deshalb wird im Projekt «Weiterentwicklung der Berufsmaturität» in einem ersten Schritt eine breit angelegte Auslegeordnung vorgenommen. Das Gesamtprojekt wird in vier Phasen gegliedert (Auslegeordnung, Konzeptphase, Prüfung der Umsetzbarkeit und Einführung). Die TBBK hat das entsprechende Pflichtenheft und das weitere Vorgehen diskutiert und gutgeheissen.
Mit dem Förderschwerpunkt «Betriebliche Bildung» wird die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und die Optimierung der Qualität der Bildung im Lehrbetrieb gefördert. Das Projekt macht das Thema sichtbar, sensibilisiert Beteiligte, vernetzt Akteure und unterstützt Projekte zur Verbesserung der betrieblichen Bildung finanziell. Die TBBK begrüsst die Arbeiten. Um gemeinsam gute Lösungen zu finden, braucht es das Engagement aller Verbundpartner innerhalb ihrer jeweiligen Rollen und Verantwortlichkeiten.
Kleinstberufe
Kleinstberufe machen einen grossen Teil des Angebots der beruflichen Grundbildung aus, weisen jedoch verhältnismässig wenige Lehrverhältnisse aus. Sie tragen zur Vielfalt der Berufsbildung, zur Deckung spezifischer arbeitsmarktlicher Bedürfnisse sowie teilweise zum Erhalt des kulturellen Erbes bei. Gleichzeitig stellen Kleinstberufe die Verbundpartner vor Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf Qualitätssicherung, Umsetzung, Vollzug und Ressourcen sowie die Sicherstellung der Arbeitsmarktfähigkeit und Mobilität der Absolventinnen und Absolventen. Die TBBK unterstützt die strategische Ausrichtung, Kleinstberufe nicht generell zu beschränken, sondern konsequent auf Synergien, Qualität, Umsetzbarkeit und langfristige Tragfähigkeit auszurichten. Um gemeinsam gute Lösungen zu finden, braucht es das Engagement aller Verbundpartner innerhalb ihrer jeweiligen Rollen und Verantwortlichkeiten.
Verbundpartnertagung der Berufsbildung
Am 24. März 2026 hat die Verbundpartnertagung der Berufsbildung zum Thema «Grundsatzfragen zur Attraktivität der Berufsbildung – Sicht der Praxis» mehr als hundert Fachpersonen aus der Bildungswelt zusammengebracht.
Die jährlich stattfindende Tagung bietet eine Plattform, um aktuelle Herausforderungen der Berufsbildung aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und den Austausch zwischen den Verbundpartnern zu stärken.
In mehreren Workshops wurden zentrale Themen vertieft diskutiert – darunter die Gewinnung von Jugendlichen und Erwachsenen für die Berufsbildung, die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Berufsbildung, die Berufsentwicklung sowie Fragen der Steuerung und Koordination der Angebote im gesamten Bildungssystem. Die TBBK-Mitglieder übernahmen die Moderation der Workshops. Die Teilnehmenden brachten ihre Erfahrungen ein und identifizierten Herausforderungen in diesen prioritären Themen.
Die Ergebnisse der Diskussionen fliessen in die laufenden Arbeiten zur Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung» ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag der Praxis zur Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems.